Ultimative Tipps für eine sanfte und schöne Geburt

Nov 2, 2017 von

Ultimative Tipps für eine sanfte und schöne Geburt

Warum ist es überhaupt wichtig eine schöne Geburt zu haben?

 

Eine schöne Geburt sieht für jeden anders aus und jeder stellt sich etwas anderes darunter vor. Es geht in diesem Artikel nicht darum, Geburtmodi oder Orte als richtig oder falsch zu bewerten. Egal ob natürliche oder Schnittgeburt, beides kann schön sein!

 

Ich bin der Meinung, dass es nicht egal ist, wie wir auf die Welt kommen. Eine Frau kann aus einer selbstbestimmten und schönen Geburt, wie auch immer diese aussieht, gestärkt und euphorisch hervor gehen. Hingegen kann ein Geburtstrauma sehr lange, sehr belastend sein, sowohl für die Mutter, als auch die Familie und die Mutter-Kind-Beziehung. Als Frau, die beides erlebt hat, kann ich sagen: Es macht wirklich einen großen Unterschied!

 

Meine Hebamme sagte kurz vor der Geburt zu mir:

30% liegt es in deiner Hand und 70% bestimmt das Baby wie die Geburt verläuft.

 

Also dann sollten wir diese 30%, die in unserer Macht liegen, optimal nutzen. Ich habe hier all die Dinge zusammengetragen, die dabei helfen können eine möglichst sanfte Geburt zu erleben. Beinahe alle diese Tipps habe ich selbst angewendet und beachtet.

Wie diese Geburt dann letztendlich verlaufen ist, kannst du hier nachlesen.

 

 

 

 

1. Die richtige Einstellung

 

Einer der besten und hilfreichsten Sätze, die ich zum Thema Geburt gelesen habe, als ich anfing mich auf meine 2. Geburt vorzubereiten lautete:

Eine Frau, die im Koma liegt, kann ein Baby auf natürliche Weise und von selbst auf die Welt bringen.

 

Ist das nicht faszinierend?

Und da wären wir auch schon bei der ersten grundlegenden Erkenntnis: DEIN KÖRPER MACHT ALLES GANZ VON SELBST UND AUTOMATISCH –  wenn du ihn lässt. Je mehr du mit ihm und dem Geburtsvorgang arbeitest und dich nicht dagegen sträubst, umso besser ist es für den Geburtsverlauf. Dein Körper ist dazu geschaffen, um Leben zu schaffen!

Lass los und vertraue darauf, dass dein Körper das kann und alles richtig macht. Nimm die Situation an wie sie ist und freue dich über jede Wehe, denn jede Wehe bringt dich deinem Kind näher. Im Grunde musst du gar nichts tun, außer dich wohl zu fühlen, zu entspannen und hinzugeben.

 

Das ist auch schon mein nächster Tipp:

Entspannte Muskeln sind der Schlüssel zu erträglichen Wehen.

 

Wie erkennst du, ob du entspannt bist?

Ganz einfach: Wenn deine Hände und Lippen locker und entspannt sind, ist es auch dein Muttermund, was wiederum dazu führt, dass er sich besser öffnet und weniger schmerzhaft ist, weil er nicht verkrampft. Wenn deine Hände zu einer Faust geballt sind und du deine Lippen aufeinander gepresst hast, bist du verkrampft.

 

Daher mein Tip: lege die Hände während der Wehen flach auf.

Ich habe mich tatsächlich BEI JEDER WEHE nur auf meine Hände, meine Lippen und die Atmung konzentriert. Viele Frauen können sich außerdem im warmen Wasser wunderbar entspannen.

 

2. Mantras und Visualisierungen

Für manche Frauen ist es sehr hilfreich, sich immer wieder Mantras vorzusagen und sich darauf zu konzentrieren. Das können kurze positive Affirmationen sein wie:

Ich entspanne mich vollständig und überlasse die Geburt der Natur.

Ich bin weich und geöffnet.

usw.

Sehr schöne Affirmationen, die man schon in der Schwangerschaft immer wieder lesen und sprechen kann stehen in dem Buch Hypno Birthing*.

Passend dazu kann man sich eine Blüte vorstellen, die sich öffnet oder was auch immer einem dabei hilft sich zu entspannen und zu öffnen, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

 

 

 

2. Die richtige Haltung und in Bewegung bleiben

 

Eine aufrechte Haltung ist förderlich, da die Schwerkraft zusätzlich hilft, das Kind nach unten zu drücken. Mache das, was sich richtig anfühlt für dich: Gehe herum oder setze dich in die Badewanne oder auf einen Gymnastikball und kreise mit den Hüften usw. Finde die für dich richtige Position für deine Wehen.

Ich bin herumgegangen und habe mich während der Wehen, im Stehen auf die Arbeitsplatte meiner Küche „abgelegt“, also nach vorne gebeugt und zusätzlich meine Hüften von einer Seite zur anderen bewegt.

Je weiter die Geburt fortschreitet, umso mehr hat man meist das Bedürfnis in Richtung Boden zu kommen. Auch für die letzte Phase der Geburt ist eine aufrechte Gebährhaltung vorteilhafter.

 

 

3. Der richtige Ort

 

Wenn du die Möglichkeit hast deinen Geburtsort frei zu wählen, bekomme dein Kind dort, wo du dich wohl, sicher und geborgen fühlst. Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Fühle in dich hinein und stelle dir verschiedene Situationen vor.

Eine Klinik vermittelt dir das Gefühl der Sicherheit? Dann suche dir ein passendes Krankenhaus. Vielleicht möchtest du von deiner eigenen Hebamme begleitet werden, dann nimm dir eine Beleghebamme.

Oder fühlst du dich zuhause wohler, wo du tun und lassen kannst, was du möchtest und du in deiner vertrauten Umgebung bist? Über die Vorteile von Hausgeburten möchte ich in einem anderen Beitrag schreiben.

Aber vielleicht ist ein Geburtshaus oder ein von Hebammen geleiteter Kreißsaal genau der richtige Ort für dich.

 

 

4. Das richtige Umfeld und die richtigen Geburtsbegleiter

 

Grelles Licht passt nicht gut für die Eröffnungsphase. Nicht unbedingt, weil wir es schön romantisch haben wollen, sondern weil gedimmtes Licht besser für die Hormonausschüttung während der Geburt ist. Auch sollte man die Begleitung bedächtig wählen. Von zu vielen Personen wird generell eher abgeraten und man sollte überlegen, ob man wirklich möchte, dass bestimmte Personen in unangenehmen Situationen anwesend sind.

 

Warum ist es so wichtig, dass man sich wohl und sicher fühlt?

Weil eine Geburt etwas sehr intimes ist. Wenn die Gebärende sich gestört fühlt, beispielsweise von fremden oder unsympathischen Personen, kann das dazu führen, dass die Geburt nicht so gut vorangeht oder gar ins Stocken gerät. Die Frau verkrampft sich – es wird schmerzhaft…

Das ist ähnlich wie bei Tieren. Tiere suchen sich einen sicheren, versteckten Ort, um in Ruhe ihren Nachwuchs zu bekommen. Wenn Gefahr droht, wird die Geburt abgebrochen, solange sie noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Das ist auch der Grund, warum es besser ist, die Wehen so lange wie möglich zu Hause zu verarbeiten. Damit hätten wir die perfekte Überleitung zu meinem nächsten Tip:

 

 

5. Fahre nicht bei den ersten Wehen ins Krankenhaus

 

Ich kann gut nachvollziehen, dass man sehr aufgeregt oder ängstlich, gerade beim ersten Kind, bei den ersten Wehen ins Krankenhaus möchte. Da man oft das Gefühl hat, dort wird einem etwas abgenommen und viele geben bei der Eingangstür die Verantwortung ab. Für die Geburt kann das jedoch bedeuten, dass sie aus oben genannten Gründen, nur schleppend anläuft und im Extremfall dadurch medizinische Interventionen gemacht werden.

 

Wenn der Muttermund unter 3 cm geöffnet ist, wird man höchstwahrscheinlich wieder nach Hause geschickt, was alles nur unnötig Stress mit sich bringt. Möglicherweise muss man lange am CTG Gerät hängen und viele Wehen im Liegen verarbeiten, was viele Frauen als höchst unangenehm empfinden. Dadurch entscheidet man sich vielleicht für eine PDA, die man sonst eventuell nicht gebraucht hätte. Jeder Eingriff in den natürlichen Geburtsverlauf, zieht oftmals weitere Eingriffe nach sich und das kann durchaus mit einem Kaiserschnitt enden – Stichwort: Interventionskette. Klar, medizinische Interventionen sind sinnvoll und notwendig wenn Komplikationen auftreten, in vielen Situationen sind diese jedoch hausgemacht.

 

Wenn der Muttermund bei der Ankunft in der Klinik hingegen schon 6-7 cm geöffnet ist, wird der Geburtsvorgang nicht mehr gehemmt, auch wenn augenblicklich vielleicht die Wehen schwächer werden. Im Normalfall geht es dann schön weiter. Übrigens ist es sinnvoll die Füße warm zu halten, da kalte Füße eine regelrechte Wehenbremse sind!

 

Im Zweifelsfall, wenn man ein ungutes Gefühl hat, ist es natürlich besser nachschauen zu lassen, ob alles in Ordnung ist. Wenn solche Bedenken auftauchen, ist es wohl besser diese nicht zu ignorieren. Im Falle eines Blasensprunges sollte man Rücksprache mit der zuständigen Hebamme halten, was weiter zu tun ist. Jedes Krankenhaus hat da seine eigenen Vorschriften. Sicher ist jedoch: Man muss nicht wie eine verrückte ins Krankenhaus rasen, wenn der Kopf schon tief im Becken ist. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn das Fruchtwasser grün oder trüb ist oder unangenehm riecht. Dann bitte die Rettung rufen und direkt ins Krankenhaus fahren!

 

 

 

 

6. Mache einen Geburtsplan

 

Es geht nicht darum, haargenau die Geburt zu planen, sondern dir im Vorhinein Gedanken zu machen: Was will ich vor, während und nach der Geburt? Was will ich nicht? Es ist einfach eine Niederschrift von dem, was dir wichtig ist.

Besonders wenn man im Krankenhaus entbindet, kann ein Geburtsplan sehr dazu beitragen, eine schöne Geburt zu erleben. Dieser kann mit der Hebamme besprochen werden und schon mal in die Akte gelegt werden. Dann kann viel besser auf die Wünsche eingegangen werden. Dennoch sollte man flexibel bleiben, es kann möglicherweise nicht alles so umgesetzt werden.

 

In dem Plan kann man zum Beispiel vermerken, dass

… man Schmerzmittel generell ablehnt und auch keine angeboten bekommen möchte oder auf jeden Fall eine PDA haben möchte.

…der Partner bei allen (vagialen) Untersuchungen anwesend / nicht anwesend sein soll.

…man nach Möglichkeit die Badewanne benutzen möchte. Vielleicht sogar während der Geburt.

…man über alle Abläufe und Komplikationen genau informiert / nicht informiert werden möchte.

…nach Möglichkeit ein Dammschnitt vermieden wird.

…die Nabelschnur auspulsieren soll und gewartet wird mit dem Durchschneiden.

…man die Plazenta sehen / auf keinen Fall sehen möchte.

usw.

 

Viele wissen gar nicht, dass sie letztendlich die Entscheidungen für alles treffen können und durchaus Maßnahmen ablehnen können. Leider habe ich schon oft erlebt, dass man gar nicht gefragt wird. (bei Notfällen ist es natürlich verständlich) Umso besser man informiert ist, desto mehr kann man selbst entscheiden. Manchmal heißt das, dass man beharrlich seine Entscheidung durchsetzen muss.

Tips für eine schöne Geburt

 

 

 

7. Hilfreiche Tipps für die Geburtsvorbereitung

 

Diese Bücher kann ich dir wirklich ans Herz legen:

Das Geheimnis einer schönen Geburt – Jana Friedrich

Die selbstbestimmte Geburt – Ina May Gaskin*

Die Hebammensprechstunde – Ingeborg Stadelmann*

HypnoBirthing – Marie F. Mongan*

   

 

 

 

 

 

 

 

 

Jedes dieser Bücher ist vollgepackt mit Wissen über Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Man findet alle (außer „Das Geheimnis einer schönen Geburt“) gebraucht oder kann sie leihen, wenn man möchte. Sie haben mich toll durch die Schwangerschaft begleitet und immer wieder bestärkt und ermutigt. Diese Bücher waren für mich die wichtigste Geburtsvorbereitung, um angst-befreit und möglichst positiv auf die Geburt zuzugehen.

 

HypnoBirthing, ja oder nein?

In meiner Buchliste findest du auch das Buch über eine Methode, die HypnoBirthing genannt wird. Mit dieser soll man eine schmerzfreie oder sogar schmerz-arme Geburt erleben können. Nun, ob sie funktioniert, kann ich dir nicht sagen, denn ich habe die Übungen nicht gemacht. Ich habe mich mit 2 Hebammen unterhalten und beide meinten, dass diese Methode zu oberflächlich wäre. Aber ich finde, allein schon für die darin enthaltenen Informationen lohnt sich das Buch. Ich für meinen Teil, hatte auch so, mit oben genannten Tipps, ein tolles schmerz-armes Geburtserlebnis. Ich möchte aber diese Methode in keinem Fall schlecht reden! Wer möchte, soll es versuchen!

 

Weitere geburtsvorbereitende Maßnahmen können sein:

 

Kräutertees in der Schwangerschaft (Rücksprache mit Arzt oder Hebamme)

regelmäßige Bewegung (spazieren gehen, Yoga, Sport,) je nach Konstitution

eventuell Übungen um mit dem ungeborenen Baby in Kontakt zu treten

Dammmassage

 

 

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Bildquelle: Pixabay

 

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